Offene gesellschaftliche Innovation (OGI). Aus der Gesellschaft – Für die Gesellschaft

Welchen Beitrag kann offene Innovation zur Lösung gesellschaftlicher Fragen in der Bodensee-Region leisten? Welche Rahmenbedingungen müssen von Politik und Verwaltung geschaffen werden? Welche Rolle spielen dabei die Bürger? Wie kann die Zusammenarbeit rund um den Bodensee unter Einbeziehung der Anrainerstaaten gestärkt werden? Welchen Herausforderungen wird sich die Region in den nächsten Jahren stellen müssen?

Um diese Fragen zu beantworten, luden die Wissenschaftler des Forschungsprojektes „eSociety Bodensee 2020 – Offene gesellschaftliche Innovation in der Bodensee-Region“ am 09.10.2013 zu einer Veranstaltung mit Vorträgen und Workshops unter dem Titel „Offene gesellschaftliche Innovation (OGI13)“ an die Zeppelin Universität in Friedrichshafen. Als Gastreferentin stellte Frau Dr. Andrea M. Schneider vom Bundeskanzleramt in Berlin den „Dialog über Deutschlands Zukunft“ der Bundeskanzlerin Angela Merkel vor. Dieser Foresight-Prozess gilt als besonders markantes Beispiel für die derzeitige Öffnung von Innovationsprozessen im öffentlichen Sektor.

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Gastvortrag von Dr. Andrea M. Schneider zum Zukunftsdialog der Kanzlerin

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Vorstellung des Forschungsprojektes durch Projektleiter Prof. Dr. Jörn von Lucke

Ziel des Forschungsprojektes ist es, mittels offener Innovation gesellschaftliche Mehrwerte in der Bodensee-Region zu generieren. Das Projekt wird gefördert von der Internationalen Bodensee-Hochschule (IBH) und geleitet von Prof. Dr. Jörn von Lucke, Direktor des Deutsche Telekom Institute for Connected Cities (TICC) und Inhaber des Lehrstuhls für Verwaltungs- und Wirtschaftsinformatik an der Zeppelin Universität. Projektpartner sind Prof. Dr. Jan vom Brocke, Inhaber des Hilti Lehrstuhl für Business Process Management und Leiter des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Universität Liechtenstein, sowie Dr. Hans-Dieter Zimmermann, Dozent für Wirtschaftsinformatik am Institut für Informations- und Prozessmanagement an der Hochschule für angewandte Wissenschaften (IPM-FHS) in St. Gallen.

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Was ist offene gesellschaftliche Innovation?
Hier erklärt Prof. Dr. Jan vom Brocke

Die Projektpartner stellten auf der #OGI13 zunächst die Ziele des Forschungsprojektes vor und klärten was „offene gesellschaftliche Innovation“ bedeutet. In den anschließenden Workshops wurde das Thema „offene gesellschaftliche Innovation“ in den Bereichen Politik, Verwaltung, Kultur und Soziales diskutiert.

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Welche ‚Best Practices‘ von offener gesellschaftlicher Innovation gibt es bereits in der Region?
Dr. Hans-Dieter Zimmermann stellt einige Beispiele vor

Anke Ullmann (FN-Dienste) und Hans-Jörg Schraitle (Stadt Friedrichshafen) präsentierten im Rahmen des Workshops zur offenen gesellschaftlichen Innovation im Verwaltungsbereich „sag’s doch“, das Bürger-Hinweis-Service der Stadt Friedrichshafen und des Bodenseekreises.

Im Anschluss daran präsentierte Jürg Bühler, Gemeinderat aus Sirnach im Kanton Thurgau (CH), ein Projekt zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen mittels E-Partizipation und stellte damit eine Möglichkeit offener gesellschaftlicher Innovation im politischen Bereich vor.

Die im Rahmen des Forschungsprojektes initiierte Aktion unter dem Motto „bodensee | barrierefrei“ als ein Beispiel für offene gesellschaftliche Innovation im Sozialen, wurde von Celina Raffl (TICC) vorgestellt. Bei der Aktion geht es darum, mittels eines offenen und kostenlos zugänglichen Kartenmaterials aufzuzeigen, welche Orte für Menschen mit Mobilitätseinschränkung bereits barrierefrei zugänglich sind und wo es in der Bodensee-Region noch Handlungsbedarf gibt. Für die Aktion setzen die Organisatoren auf die vielfach prämierte und auf offenem Kartenmaterial basierte Wheelmap des Vereins Sozialhelden e.V. Die Aktion zeigt, wie mittels des Engagements der Vielen ein Umdenken zum Thema soziale Inklusion bewirkt werden kann, um damit die Bodensee-Region zu einer noch lebenswerteren Region zu machen.

Dr. Oliver Müller von der Universität Liechtenstein stellte im Bereich OGI und Kultur zwei Projekte vor, die in Vaduz in Kooperation mit dem Liechtensteinischen Landesmuseum durchgeführt wurden und werden. Zum einen handelt es sich dabei um das Projekt „du bisch dra!“, einem Kreativ- und Ideenwettbewerb bei dem in der Bevölkerung dazu aufgerufen war Ideen zur Gestaltung des Landesmuseums einzubringen. Eines der vorgeschlagenen Themen wird derzeit unter dem Titel „Liechtenstein Moments“ durchgeführt. Auf Twitter und Instagram öffentliche Fotos werden vor dem Hintergrund künstlerischer Schwarzweißfotografien auf einem Monitor im Museum gezeigt.

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Workshop zu OGI im Kulturbereich am Beispiel von „du bisch dra!“.
Workshopleiter Dr. Oliver Müller

Die Veranstaltung brachte rund 50 Experten und Interessierte aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein zum Vernetzen, Diskutieren und Voneinander lernen zusammen. „Die unterschiedlichen Eindrücke der Praktiker waren eine gute Ergänzung zum theoretischen Fundament, das die Forschergruppe gelegt hat“, so Katharina Große von der Zeppelin Universität. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Feedback der Besucher, die viele neuartige Aspekte einer offenen gesellschaftlichen Innovation aufgegriffen haben“, freut sich der Veranstalter Prof. Dr. Jörn von Lucke.

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In der Pause: Gelegenheit zum Diskutieren und Netzwerken

Die IBH ist ein Verbund von Universitäten und Hochschulen aus Deutschland, dem Fürstentum Liechtenstein, Österreich und der Schweiz. In grenzüberschreitenden Kooperationen bietet er neue Studiengänge an, unterstützt die Forschung und Entwicklung in Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen und verbessert das Aus- und Weiterbildungsangebot der Region nachhaltig.

Zum Programm der Veranstaltung: Download

Hier die Unterlagen zu den Präsentationen

  • Einführungsvortrag: Jörn von Lucke, Jan vom Brocke & Hans-Dieter Zimmermann
    Was ist überhaupt offene gesellschaftliche Innovation [OGI]? Bedeutung IT-gestützter Ansätze für die Bodensee-Region (Präsentationsfolien)
  • Gastvortrag: Andrea Schneider
    Offene gesellschaftliche Innovation am Beispiel des Zukunftsdialogs der Bundeskanzlerin Angela Merkel (Präsentationsfolien)
  • Workshop 1 – OGI in der Verwaltung: Anke Ullmann & Hans-Jörg Schraitle
    „Sag’s Doch“ – Der Bürger-Hinweis-Service (Präsentationsfolien)
  • Workshop 2 – OGI in der Politik: Jürg Bühler
    E-Partizipation für Kinder und Jugendliche in Sirnach TG/Schweiz (Unterlagen)
  • Workshop 3 – OGI im Bereich Soziales: Celina Raffl
    „bodensee | barrierefrei“ – Mapping-Aktion mit Wheelmap (Präsentationsfolien)
  • Workshop 4 – OGI im Bereich Kultur: Oliver Müller
    „Du bisch dra!“ – Ideenwettbewerb mit dem
    Liechtensteinischen Landesmuseum (Präsentationsfolien)
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Ein Gedanke zu „Offene gesellschaftliche Innovation (OGI). Aus der Gesellschaft – Für die Gesellschaft

  1. Pingback: FHS eSociety Blog » Offene gesellschaftliche Innovation in der Bodensee-Region | Mi, 09.10.2013 | 13:00 – 17:30 | Zeppelin Universität

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