Projektabschlusstagung „eSociety Bodensee 2020“

Von Juni 2012 bis Dezember 2014 förderte die Internationale Bodensee-Hochschule (IBH) das grenzüberschreitende Forschungsprojekt „eSociety Bodensee 2020 – Offene gesellschaftliche Innovation in der Bodensee-Region“. Nun kommt das Projekt zum geplanten Abschluss. Der offizielle Ausklang fand im Rahmen der Projektabschlusstagung vom 26. bis 27.11.2014 an der Universität Liechtenstein statt.
Berggasthaus Sareis

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In der Abgeschiedenheit der Liechtensteinischen Alpen fand am Nachmittag des 26.11.2014 ein Workshop statt mit Interessierten aus Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Diplomverwaltungswissenschaftler Jörg Röber, akademischer Mitarbeiter vom Lehrstuhl für Verwaltungswissenschaft & Verwaltungsmodernisierung an der Zeppelin Universität, lud mit seinen Impulsen zum Thema „Zukunftsfähig durch Kooperation? Herausforderungen in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit“ zu einer lebendigen Diskussion ein. Teilnehmer und Organisatoren hatten auch die Möglichkeit, Entwicklungen ihrer Projekte in den vergangenen zwei Jahren im Rahmen der „Retrospektive Offene gesellschaftliche Innovation am Bodensee“ zu reflektieren.

Am Donnerstag, den 27.11.2014, fand in den Räumen der Universität Liechtenstein in Vaduz die öffentliche Projektabschlusstagung statt.

Nach der Eröffnung des Hausherrn Prof. Dr. Jan vom Brocke präsentierten Dr. Hans-Dieter Zimmermann von der Fachhochschule St. Gallen und Mag. Celina Raffl, Projektkoordinatorin an der Zeppelin Universität, die Ergebnisse des Forschungsprojektes. Die Ergebnisse werden ab Ende des Jahres 2014 der Öffentlichkeit in zwei Handbüchern sowie in der TosiT- The Open Societal Innovation Toolbox, (tosit.org) frei und kostenlos zur Verfügung stehen. Interessierte können ab sofort weitere Werkzeuge zur TosiT hinzufügen.

TOSIT- LOGO

Der aktuelle Stand aus Forschung und Praxis zum Thema offene gesellschaftliche Innovation wurde in den nachfolgenden zwei Präsentationen diskutiert:

Dr. Maximilian Rapp, Teamleiter im Bereich Community & Campaigns bei der HYVE Innovation Community GmbH, hielt die Keynote-Präsentation zum Thema „Open Innovation für Politik und Verwaltung“.

Stefan Wolpert stellte anschließend das JOSEPHS vor. Dabei handelt es sich um ein offenes Innovationslabor der Fraunhofer Arbeitsgruppe für Supply Chain Services, im Zentrum von Nürnberg. Er warf dabei die Frage auf, weshalb es den „Prosumer“ – also den Produzenten, der gleichzeitig auch Konsument ist – überhaupt brauche und argumentierte: zur gemeinsamen Lösungsfindung.

Mit der Präsentation von Stephan Schweiger erfuhr das Publikum Aktuelles zum Ideenkanal Liechtenstein und wurde wieder daran erinnert, dass es nicht nur Kritik und Ideen brauche. „Weg vom Motzen, hin zum Tun“ – lautet hier das Credo.

IMG_20141127_154849Am späteren Nachmittag ging es um mögliche Perspektiven und künftige Weiterentwicklungen des Themas unter besonderer Berücksichtigung von offenen Daten. Prof. Dr. Jörn von Lucke, Professor für Verwaltungs- und Wirtschaftsinformatik und Direktor des The Open Government Institute an der Zeppelin Universität präsentierte in seiner Keynote-Präsentation zum Thema Open Government Data“ Potentiale und Chancen offener Daten – insbesondere für die Bodensee-Region – vor.

IMG_20141127_164704Anschließend stellte Michael Grüebler vom Amt für Statistik der Stadt Zürich die Frage, was Open Data der Stadt Zürich bringe. Die Zusammenfassung in aller Kürze lautet: kaum Nutzung seitens der Unternehmen und wenig finanzieller Mehrwert, hingegen klarer gesellschaftlicher Mehrwert und Einsparungen in der Verwaltung. Während die (lokalen) Unternehmen noch kaum auf offene Daten setzen, gibt es eine Reihe von Entwicklungen von findigen Bürgern. Einen Überblick über die Anwendungen, die auf dem offenen Datenmaterial der Stadt Zürich basieren, findet man auf dem Open Government Data Portal der Stadt Zürich.

In der gemeinsamen Abschlussdiskussion wurde die Frage aufgeworfen, welche Kriterien aus Sicht der Teilnehmer kritisch wären für den Erfolg von offener gesellschaftlicher Innovation. Vorgebracht wurde dabei unter anderem die Notwendigkeit, Online- und Offline-Formate sinnvoll zu integrieren und miteinander zu verknüpfen, die unterschiedlichen Motive und Motivationslagen zur Teilnahme zu berücksichtigen und entsprechende Incentivierungsmaßnahmen zu schaffen, aber auch eine kritische Masse möglicher Interessierter anzusprechen und zu integrieren, Gemeinschaftsbildung zu fördern und Vernetzung zu ermöglichen.

Mit Ende der Förderung des Projektes aus Mitteln der Internationalen Bodensee-Hochschule werden die beteiligten Hochschulen das Thema der offenen gesellschaftlichen Innovation mit eigenen Mitteln und in weiteren Projekten weiterentwickeln und voranbringen. Letztlich wird es aber Aufgabe von Politik, Verwaltung, den regionalen Unternehmen und der Zivilgesellschaft am Bodensee sein, dieses Thema weiterzudenken und umzusetzen um mit Methoden, Werkzeugen und Techniken der offenen Innovation gemeinsam gesellschaftlichen Mehrwert für die Region zu schaffen.

Die gesammelten Tweets zur Veranstaltung sind hier dokumentiert.

Hier geht es zum Programm der Veranstaltung

Die Präsentationsunterlagen der Referenten:

  • Eröffnung: Jan vom Brocke (Universität Liechtenstein)
    Begrüßung (Präsentationsfolien)
  • Vortrag: Celina Raffl (Zeppelin Universität) & Hans-Dieter Zimmermann (FH St. Gallen)
    TosiT – The Open Societal Innovation Toolbox: Handbuch & Datenbank für offene gesellschaftliche Innovation (Präsentation der Ergebnisse des Forschungsprojektes)
    (Präsentationsfolien)
  • Keynote 1: Maximilian Rapp (HYVE Innovation Community GmbH)
    Open Innovation für Politik und Verwaltung (Präsentationsfolien)
  • Vortrag: Stefan Wolpert (Fraunhofer Arbeitsgruppe für Supply Chain Services)
    Open Service Innovation am Beispiel JOSEPHs in Nürnberg (Präsentationsfolien)
  • Vortrag: Stephan Schweiger (Ideenkanal)
    Ideenkanal Liechtenstein (Link zum Ideenkanal)
  • Keynote 2: Jörn von Lucke (Zeppelin Universität)
    Open Government Data (Präsentationsfolien)
  • Vortrag: Michael Grüebler (Statistik Stadt Zürich)
    Open Data der Stadt Zürich: Was bringt es? (Präsentationsfolien auf Slideshare)
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Ein Gedanke zu „Projektabschlusstagung „eSociety Bodensee 2020“

  1. Pingback: FHS eSociety Blog » Abschluss des Projekts eSociety Bodensee 2020

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